Vorwort

© Christof Rieken © Peter Himsel

Liebe Leserinnen und Leser,

ob helfende Roboter, neue Verfahren zur Energiegewinnung oder Durchbrüche in der Biotechnologie: Technologische Innovationen können die Produktivität und Lebensqualität einer Gesellschaft maßgeblich steigern. Technologie ist jedoch nicht neutral, ihr Einsatz muss politisch ausgestaltet werden. Dazu gilt es, die Chancen und Herausforderungen, die mit innovativen Entwicklungen verbunden sind, öffentlich zu diskutieren und zu verhandeln. Erst dann kann Technologie dazu beitragen, ein Land zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu halten.

Diese Erkenntnis durchzog die Reden und viele Diskussionen auf der acatech Festveranstaltung im Herbst 2016. Aufgeschlossenheit für neue Technologien zu fördern, sei in Deutschland besonders wichtig, angesichts „einer beständigen Neigung, schon bei der Besichtigung eines Risikos die Zuversicht zu verlieren“, mahnte Bundespräsident und acatech Schirmherr Joachim Gauck in seiner eindrucksvollen Rede.

Den von acatech beförderten Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik lobte er als wichtigen Beitrag für ein notwendiges vertieftes Verständnis von Technologie. Für die Zukunft ermutigte der Bundespräsident die Akademie, weitere Brücken in die Öffentlichkeit zu bauen – und in einem Diskurs wissenschaftlich tragfähige Visionen für ein zukunftsfähiges Land zu ermitteln.

Den Austausch mit der Gesellschaft baute acatech im Jahr 2016 weiter aus. Jeden ersten Dienstag im Monat laden wir Interessierte in das acatech Forum in München zur Diskussion mit Fachleuten über aktuelle Technologiethemen. In Projekte binden wir zivilgesellschaftliche Akteure in Form von Begleitkreisen ein. Über eine Kooperation mit dem neu geschaffenen Science Media Center unterstützt acatech Journalistinnen und Journalisten bei der Recherche von wissenschaftlich fundiertem Wissen. Durch gemeinsame Formate mit den Kirchen in Deutschland sowie Volkshochschulen in Bayern intensivieren wir den gesellschaftlichen Dialog in diesem Jahr.  

Wichtige Impulse für gesellschaftspolitische Diskussionen zu neuen Technologien lieferte acatech auch im Berichtsjahr in Veranstaltungen und Publikationen. Wie und in welchem Umfang wollen wir künftig lernfähige Maschinen einsetzen? Welche Kompetenzen benötigen die Beschäftigten in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt? Wie verändert die Automatisierung den Straßenverkehr? Und inwiefern müssen wir den Verkehr künftig noch stärker mit unserer Energieversorgung zusammendenken? Mit Themen wie diesen fokussierten wir Fragen, die zeitnah politisch gestaltet werden müssen. Die digitale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft verläuft schneller und radikaler als viele denken.

Veränderung gab es zum Jahreswechsel auch bei acatech. Nach zwei Amtszeiten endete im Februar 2017 die Präsidentschaft von Reinhard F. Hüttl. Seinem großen Einsatz für die inhaltliche Weiterentwicklung der Akademie und ihrer Internationalisierung gilt unser sehr herzlicher Dank. Wir freuen uns, dass er acatech künftig auf internationaler Ebene repräsentieren wird. Positiv bestärkt wurden wir in unserem Tun durch die Ergebnisse einer Statusanalyse, die im Juni 2016 in unserer Geschäftsstelle in München stattfand. Eine unabhängige Gutachtergruppe bewertete die Arbeit von acatech dabei insgesamt als „hervorragend“. Das Lob und die Empfehlungen der Gutachterinnen und Gutachtern sind uns Ansporn zur Weiterentwicklung der Akademie.

München und Berlin im Mai 2017

Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath
Präsident acatech

Prof. Dr. Henning Kagermann
Präsident acatech

mehr lesen

Themen 2016

Aufgaben und Ergebnisse

Struktur