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Dialog mit Politik und Gesellschaft

Komplexe Themen verständlich und differenziert vermitteln

acatech ist ein Ort des Austauschs, an dem führende Köpfe aus Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch aus Politik, Gewerkschaften, Stiftungen, Medien und zivilgesellschaftlichen Institutionen zusammenkommen. Im Dialog entwerfen sie Technikzukünfte und erarbeiten Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft. Über Veranstaltungen, Wettbewerbe, Pressearbeit und vielfältige Kooperationen vermittelte acatech 2016 wichtige Impulse zu technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen.

Die Akademie unterstützt auf diese Weise thematisch komplexe gesellschaftliche Diskussionen und politische Entscheidungsprozesse. Dabei folgt sie ihren Leitlinien für die Politik- und Gesellschaftsberatung, die neben Exzellenz und Interdisziplinarität in der Projektarbeit eine transparente und allgemein verständliche Vermittlung der Ergebnisse vorsehen.

Politikberatung: Expertise für evidenzbasierte Entscheidungen

Mit Veranstaltungen für Abgeordnete im Deutschen Bundestag und im Bayerischen Landtag hat acatech auch im Jahr 2016 Dialoge zu technologiepolitischen Fragestellungen angestoßen oder begleitet. In der Gesprächsreihe „acatech am Mittag“ standen Flexibilitätskonzepte für die Stromversorgung 2050, die erfolgreiche Förderung der Innovationsleistung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie der Umgang mit gesellschaftlich relevanten Risiken zur Debatte. Ein Fachgespräch im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung behandelte im Dezember 2016 die Frage, wie Social Media die Wissenschaftskommunikation beeinflusst. Mit Abgeordneten des Bayerischen Landtags sprach acatech im Juni 2016 über den Wandel der Mobilität und damit verbundene Herausforderungen. Darüber hinaus standen acatech Mitglieder Abgeordneten und Fraktionen in zahlreichen bilateralen Gesprächen mit wissenschaftlicher Expertise zur Seite.

Öffentlicher Diskurs: Plattformen für den Dialog schaffen

Die Aufgeschlossenheit der Gesellschaft gegenüber Technik, Industrie und Infrastruktur beeinflusst die Innovationsfähigkeit eines Landes. Wie sich Zustimmung und Ablehnung formen und eine sachorientierte Debatte gelingen kann, diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Medien anhand der Beispiele Fracking, Gentechnik und chemische Industrie auf einem Symposium unter der Leitung von acatech Präsidiumsmitglied Ortwin Renn.

Der Kreislaufwirtschaftspakt der Europäischen Kommission stand im Mittelpunkt einer Stakeholderkonferenz, die acatech mit der Ellen MacArthur Foundation, dem Stiftungsfonds für Umweltökonomie und Nachhaltigkeit sowie McKinsey & Company im Januar 2016 in Berlin ausrichtete. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten dort, wie Deutschland vom Prinzip der Circular Economy profitieren kann.

Transparenz: Ergebnisse breit kommunizieren

Ergebnisse zentraler Projekte veröffentlicht acatech in frei zugänglichen Publikationen und stellt sie auf Leitmessen, Fachkonferenzen und eigenen Veranstaltungen zur Diskussion. Auf der Hannover Messe im April 2016 präsentierte die Akademie konkrete Anwendungsbeispiele für autonome Systeme und organisierte Veranstaltungen zu den Projekten Digitale Serviceplattformen und Neue autoMobilität. Weitere aktuelle Ergebnisse aus Projekten wurden beim 4. Nationalen MINT-Gipfel im Juni sowie beim Nationalen IT-Gipfel im November im Beisein von hochrangigen Politikerinnen und Politikern vorgestellt.

Die Digitalisierung und Individualisierung der Medizin stand im Mittelpunkt des acatech Akademietages, der im Mai 2016 in Hannover stattfand. Die acatech Festveranstaltung im Oktober 2016 mit Bundespräsident Joachim Gauck widmete sich dem Thema Mensch-Maschine-Interaktion und Robotik.


„In einer Gesellschaft, die immer noch von hoch entwickelter Technik abhängt, brauchen wir ein vertieftes Verständnis für die Wissenschaft. Und deshalb lobe ich an dieser Stelle ausdrücklich das Wirken Ihrer Akademie, aller Verantwortlichen und all der Menschen und Institutionen, die sie unterstützen. Sie fördern die Zusammenarbeit der Disziplinen, Sie stärken den Austausch mit der Wirtschaft und liefern wichtige Impulse für politische Debatten. Ich möchte Sie ermutigen: Bauen Sie noch mehr Brücken in die Welt der Maschinen. Öffnen Sie die Labore und die Werkstätten, bringen Sie Ihr aktuelles Wissen zu den Menschen, und zwar nicht nur zu den Eingeweihten. Wir alle brauchen Ihre Ideen und Visionen, ja: Wir brauchen Science-Fiction, aber im besten, im seriösen Sinne.“

Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Festrede zur acatech Festveranstaltung im Oktober 2016 in Berlin


Besondere mediale Aufmerksamkeit erfuhren insbesondere die Studien von acatech zur Kompetenzentwicklung in der Industrie 4.0 und zur globalen Perspektive des Zukunftsprojekts Industrie 4.0, Flexibilitätsoptionen für die Energiesysteme der Zukunft und die Debatte um die Zukunft der Wissenschaftskommunikation. In diese Debatten schalteten sich die acatech Präsidenten Henning Kagermann und Reinhard F. Hüttl sowie zahlreiche Expertinnen und Experten aus den Projekten von acatech über Gastbeiträge und Interviews in den Leitmedien ein.

Vielfältige Formate: Neue Zielgruppen erschließen

Mit neuen Formaten und Kooperationen verbreitert acatech ihre bestehenden Dialogangebote. In Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut fand im April und Mai 2016 der erste Massive Open Online Course (MOOC) zum Thema Hands on Industrie 4.0 statt. Für den fünfwöchigen Onlinekurs zu Grundlagen der Industrie 4.0 hatten sich über 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeschrieben. Der nächste MOOC im März 2017 vermittelte vertiefende Einblicke in das maschinelle Lernen.

Gemeinsam mit der Zeidler-Forschungs-Stiftung und unter Schirmherrschaft des bayerischen Kultusministers Ludwig Spaenle hat acatech auch 2016 wieder den Schülerwettbewerb TECHNIKENTDECKER ausgeschrieben, der die kreative Auseinandersetzung mit Technik prämiert. Ihren Preis für Technikjournalismus und Technikfotografie PUNKT vergab die Akademie 2016 in der Kategorie Text. Ausgezeichnet wurden die Beiträge der Journalisten Reto U. Schneider (NZZ Folio) zur Künstlichen Intelligenz sowie Michael Spehr und Lukas Weber (FAZ) zu Smart Home-Technologien.

Mit der Veranstaltungsreihe acatech am Dienstag fördert acatech seit Sommer 2016 den offenen und selbstkritischen Dialog von Vertreterinnen und Vertretern der Wissenschaft mit der Öffentlichkeit. Einmal im Monat lädt die Akademie interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien ins acatech Forum am Münchener Karolinenplatz. Diskutiert wurden im Jahr 2016 Themen wie Big Data, Mensch-Maschine-Interaktion, Nanotechnologie sowie der Rolle der Kunst bei der Vermittlung von Neuen Technologien.