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Internationales

Internationale Kooperationen zur Lösung globaler Herausforderungen

Eine zukunftsfähige Entwicklung erfordert die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Nur gemeinsam und über nationale Grenzen hinweg lassen sich konkrete Lösungsansätze für globale Herausforderungen erarbeiten. Als satzungsmäßig legitimierte Stimme Deutschlands für die Technikwissenschaften im In- und Ausland bringt acatech nationale Themen auf europäischer und internationaler Ebene ein. Über die Mitgliedschaft in Akademienverbünden, die Zusammenarbeit mit Schwesterakademien und weiteren Organisationen aus Industrie- und Schwellenländern sowie ein laufend erweitertes Netzwerk aus strategischen Partnern fließt spezifisches Wissen in die nationale und internationale Arbeit der Akademie ein. 

Europäische Akademien: SAPEA berät die Europäische Kommission

Im Dezember 2016 fiel der Startschuss für SAPEA – Science Advice for Policy by European Academies. Fünf europäische Akademieverbünde bündeln die dort vereinten über 100 Wissenschaftsakademien in Europa. Gemeinsam berät das Konsortium die Europäische Kommission wissenschaftsbasiert, interdisziplinär und unabhängig. Koordinator des Projekts ist acatech. SAPEA ist Teil des Scientific Advice Mechanism (SAM) der EU-Kommission, den Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Forschungskommissar Carlos Moedas im Jahr 2015 ins Leben gerufen haben.

Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnis auf europäischer Ebene stärker und rechtzeitig in den politischen Meinungs­findungsprozess einfließen zu lassen. Zu den Konsortialpartnern zählt der europäische Dachverband der technikwissenschaftlichen Akademien Euro-CASE. Als dessen Präsident wurde acatech Präsident Reinhard F. Hüttl im Dezember 2016 für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. Inhaltlich arbeitet Euro-CASE in vier Plattformen zu den Themen Innovationspolitik, Bioökonomie, Klima- und Energiepolitik sowie Ingenieursausbildung.

 

Im März 2016 versammelten sich die Präsidenten der fünf europäischen Akademienverbünde zum Auftakttreffen in der EU-Kommission in Brüssel. Erste Reihe (v.l.n.r.): Reinhard F. Hüttl (Präsident Euro-CASE), Rolf-Dieter Heuer (HLG), Françoise Meunier (Vize-Präsidentin FEAM), EU-Kommissar Carlos Moedas, Elvira Fortunato (HLG), Julia Slingo (HLG) und Pearl Dykstra (HLG); zweite Reihe: Sierd Cloetingh (Präsident Academia Europaea), Günter Stock (Präsident ALLEA), Janusz Bujnicki (HLG), Jos van der Meer (Präsident EASAC), Cédric Villani (HLG) und Henrik C. Wegener (Vorsitzender HLG)


Akademien weltweit: Technik für gesellschaftlichen Fortschritt

Auf globaler Ebene engagiert sich acatech als Mitglied des weltweiten Akademienverbunds Council of Academies of Engineering and Technological Sciences (CAETS). Inhaltlich bringt sich die Akademie in die Arbeitsgruppe „Energy“ ein. Aus dieser Arbeitsgruppe sind bereits drei Berichte hervorgegangen, zuletzt der Report Transitioning to Lower Carbon Economy. Auch im Jahr 2016 wirkte acatech an der Ausrichtung der CAETS-Jahresveranstaltung mit, die im September in London standfand. Unter dem Motto „Engineering a Better World“ beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft mit der Frage, welche Rolle die Technikwissenschaften bei der Bewältigung der globalen Herausforderungen einnehmen sollten.

Strategisches Netzwerk: Austausch mit China, Schweden und Israel

Zu einzelnen technikwissenschaftlichen Akademien sowie Stiftungen und Think Tanks in Europa und weltweit pflegt acatech bilaterale Beziehungen. Die seit 2012 bestehende Partnerschaft mit der Chinese Academy of Engineering (CAE) wurde 2016 um drei Jahre verlängert.

Gemeinsam mit ihr und dem Münchner Kreis organisierte acatech im November 2016 in München das Symposium „The Digital Transformation of Manufacturing Industries“. Internationale Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten dort aktuelle Entwicklungen bei der intelligenten Vernetzung der Fertigung sowie mögliche Weichenstellungen für internationale Kooperationen.

Gemeinsam mit der German Chamber of Commerce in China, Shanghai, gestaltete acatech im August 2016 in Shanghai einen Kammerabend. Vertreterinnen und Vertreter deutscher und chinesischer Unternehmen tauschten sich darüber aus, inwiefern Industrie 4.0, Smart Services, innovative Produkte und datengetriebene Geschäftsmodelle dazu beitragen können, globale Ressourcen zu schonen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Länder zu sichern.

Beim Deutsch-Schwedischen Dialog im Oktober 2016 in Berlin diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft beider Länder über deren Innovationsmodelle. An der Veranstaltung, bei deren Organisation acatech unterstützte, nahm auch der schwedische Wirtschafts- und Innovationsminister Mikael Damberg teil. Auf einer Delegationsreise nach Israel im April 2016 sicherte acatech Präsident Reinhard F. Hüttl dem Israel Institute of Technology (TECHNION) Unterstützung beim Aufbau einer technikwissenschaftlichen Akademie nach dem Modell von acatech zu. Den Auftakt bildet ein Symposium, das unter Beteiligung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beider Länder im Februar 2018 in Berlin stattfindet.